Am 01. August 1994 (Schweizer Nationalfeiertag) war es soweit. Zum ersten Mal in meinem Leben betrat bzw. befuhr ich das legendäre Death Valley (Tal des Todes) in Kalifornien. Seit diesem Tag hat mich das Tal in seinen Bann gezogen. Für mich ist es der faszinierendste Ort auf unserer Erde, vielleicht gerade weil das Death Valley in einer anderen Welt sein könnte.

Geographisches zum Death Valley

Das Tal des Todes liegt in Südostkalifornien an der Staatsgrenze zu Nevada, etwa 310 Meilen/500 Kilometer nordöstlich von Los Angeles bzw. 140 Meilen/225 Kilometer nordwestlich von Las Vegas. Die Fläche des Tales beträgt 8'000 Quadratkilometer, es ist 200 Kilometer lang aber nur zwischen 6 und 26 Kilometer breit. Der tiefste Punkt liegt bei Badwater und ist mit 86 Meter unter dem Meeresspiegel zugleich die tiefste Stelle auf der westlichen Hemisphäre. Der höchste Punkt ist der Telescope Peak mit 3'368 Meter über Meer.

Die Entstehung des Death Valley

Die Topographie des Death Valley ist wie ein kleiner Anschauungsunterricht in Geologie. Vor 200 Millionen Jahren war dieses Gebiet von Meeren bedeckt, die Sedimente und Fossilien zurückliessen. Vor etwa 5 bis 35 Millionen Jahren wurde das Gebiet durch Gräben in der Erdoberfläche und durch vulkanische Aktivität nach oben gedrückt und wieder in sich zusammengefalten, wodurch Berge entstanden und sich der Boden des Tales nach unten senkte. Später füllten Seen das Tal zeitweise mit Wasser auf, wodurch Felserosionen entstanden und Salz den Boden bedeckte.

Die Geschichte des Death Valley

Schon seit Tausenden von Jahren leben Menschen im und um das Death Valley. Die ersten liessen sich vor 10'000 Jahren hier nieder, als das Tal noch ein riesiger See war. Später überwinterten die nomadisierenden Shoshone-Wüstenindianer nahe den Quellen des Tales, das sich inzwischen erwärmt hatte. Die ersten Weissen kamen 1849 in das Tal, Treck-Pioniere die das Tal durchqueren wollten, im Glauben, eine Abkürzung zu den lockenden Goldminen im Westen gefunden zu haben. Eine Gruppe von Leuten mit 27 Wagen gelangten an Weihnachten ins Tal. Als sie die unüberwindbare Bergkette der Panamint Range vor sich hatten, teilten sie sich auf und gingen getrennte Wege. Nur einer der Wagen kam durch. Der Rest der Leute machte sich zu Fuss auf den Weg. Zwei Familien blieben einen Monat lang fast ohne Nahrung im Death Valley hängen. Als sie das Tal wieder verliessen, schaute sich eine der Frauen um und rief "Good-bye, Death Valley - Leb' wohl Tal des Todes", daher stammt auch der Namen des Tales. Schürfer waren die einzigen, die es während den nächsten 75 Jahre wagten, sich auf der Suche nach Gold, Silber und Kupfer den harten Bedingungen der Wüste auszusetzen. Am erfolgreichsten war allerdings die Förderung von Borax, das zur Herstellung von Waschmitteln verwendet wurde. Im späten 19. Jahrhundert wurde dann das Salz aus dem Tal geschafft. Den Tourismus gibt es erst seit 1920. 1927 wurde das Bergarbeiter-Camp zum heutigen Hotel Furnace Creek Inn umgebaut. Sechs Jahre später stellte die US-Regierung das Tal als National Monument unter Naturschutz. Seit 1994 hat das Death Valley den Status eines Nationalparkes. Das Death Valley ist der grösste Nationalpark der Vereinigten Staaten von Amerika.

Fauna und Flora im Death Valley

Erstaunlicherweise gibt es im karg wirkenden Tal des Todes mehr als 1000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, davon findet man 21 nur hier im Tal. Hier leben Wüsten-Dickhornschafe, Kaninchen, Streifenhörnchen, Schlangen, Vögel, Eidechsen, Kröten, Kojoten, Ratten, Raben und Fische!

Wetterdaten zum Death Valley

Die durchschnittliche Höchsttemparatur liegt im Sommer bei 47°, im Winter bei 18°, im Frühling bei 27° und im Herbst bei 33°. Die höchste je gemessene Lufttemparatur betrug am 15. Juli 1972 53°, die damalige Bodentemparatur betrug sogar 94°. Die jährliche Durchschnittsniederschlagsmenge liegt bei 4,3 cm. Die längste Zeitperiode mit Höchsttemparaturen von über 38° waren 134 Tage im Jahre 1974. Die durchschnittlichen Tiefsttemparaturen liegen im Sommer bei 32°, im Winter bei 4°, im Frühling bei 12° und im Herbst bei 17°.

Sehenswürdigkeiten im Death Valley

Badwater: Ein 10 Meter breites Wasserloch, der einzige Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Death Valley Snail. Das Wasser ist doppelt so salzig wie Meerwasser. 86 Meter unter dem Meeresspiegel, tiefster Punkt der westlichen Hemisphäre.
Dantes View: Grandioser Aussichtspunkt (1'669 Meter über Meer) mit Blick auf die blendend weisse Salzpfanne von Badwater. Von hier oben sieht das Death Valley höllisch aus. Dantes View ist mein Lieblingsplatz innerhalb des Death Valley.
Devils Golf Course: Ein riesiges Feld, wo die Erde bizarre Salzzacken und Türme gebildet hat.
Furnace Creek Ranch: Mittelpunkt des Tales mit Unterkunft, touristischen Einrichtungen und einem Museum. Rhyolite: Geisterstadt an der östlichen Grenzlinie, bekannt durch sein Flaschen-Haus, erbaut mit 50'000 Flaschen.
Sanddunes: Riesiges Gelände mit echten Sanddünen, die wärmste Gegend im Winter und beliebtes Gelände für Filmaufnahmen.
Scotty's Castle: Ein extravagantes Märchenschloss im spanischen Stil, im Wohnzimmer plätschert ein Wasserfall.
Stovepipe Wells: Zweiter Unterkunftsort im nördlichen Teil des Tales bei den Sanddünen.
Telescope Peak: Mit 3'368 Meter höchster Gipfel innerhalb des Monumentes. Wanderweg zum Gipfel mit Möglichkeit, sich im Gipfelbuch zu verewigen. Im Winter nur mit Eispickel und Steigfell zu begehen.
Ubehebe Crater: Grösster und eindruckvollster Vulkankrater (1 Kilometer breit) nahe bei Scotty's Castle.
Zabriskie Point: Oedland und Aussichtsort nahe bei Furnace Creek Inn. Der Zabriskie Point erhielt seine Berühmtheit 1970 durch den gleichnamigen Antonioni-Film.
 
 

Links zum Death Valley:

Homepage des Nationalparkes
Aktuelle Wetterlage im Death Valley