Sonntag, 2. August 1998 (Las Vegas - Mammoth Lakes)

Route:
 
Ortschaft und Bundesstaat Meilenzähler ab Start Kilometerzähler ab Start
Las Vegas NV 0 0
Pahrump NV 62 99
Shoshone CA 89 142
Badwater CA 144 230
Furnace Creek CA 163 261
Dantes View CA 188 301
Stovepipe Wells CA 212 339
Lone Pine CA 317 507
Mammoth Lakes CA 417 667
NV = Nevada / CA = Kalifornien

Noch früher als gestern machten wir uns auf den Weg zum Frühstück. Nochmals wollten wir uns am All you can eat-Buffet unsere Mägen vollschlagen um dann gestärkt Las Vegas in Richtung Death Valley zu verlassen. Diesmal war die Kolonne am Eingang des Buffets nicht so lang, dennoch sackte eine Japanerin zusammen, die dann durch die herbeigeeilten Haussanitäter mit Sauerstoff versorgt wurde.
Nach dem Morgenessen gingen wir auf unser Zimmer, wo wir unsere Siebensachen packten und alles im Mietwagen verstauten. Ausgecheckt haben wir im Zimmer über unser Fernsehgerät, sodass wir uns nicht mehr an der Lobby zeigen mussten. Die Zimmerschlüssel in Form von Patchkarten durften wir vor dem Lift in eine Art Briefkasten werfen. Gegen 10 Uhr versorgten wir uns beim Motel 6 an der Tropicana Avenue mit genügend Wasser und Sandwiches etc. Dann konnte es endlich losgehen. Wir verliessen das liebgewonnene Las Vegas in Richtung West auf dem 15er Freeway in Richtung Los Angeles. Nach wenigen Meilen bogen wir nach rechts auf die 160 und fuhren nordwärts in Richtung Pahrump. Eliane und ich hatten
beide bespielte Musikkassetten mitgenommen. Idealerweise haben wir beide denselben Musikgeschmack, sodass ab sofort Musik der härteren Art auf uns einrieselte. Schon bald stieg das Thermometer noch mehr an, und wir konnten das echte amerikanische Feeling auf uns einwirken lassen. In Pahrump bogen wir auf die 372 wo wir nach wenigen Meilen die Grenze zu Kalifornien überquerten, und die Strasse gleichzeitig zur 178 wurde. Exakt zur Mittagszeit erreichten wir das kleine Kaff Shoshone, benannt nach einem Indianerstamm der hier einmal gehaust hatte. Und dann fuhren wir ins Death Valley ein, mein absolut liebster Ort auf unserer Erde. Es läuft einmal kalt den Rücken hinunter, trotz Aussentemperaturen von fast 45 Grad, aber die Faszination ist unbeschreiblich, man muss es selbst erlebt haben. Wir fuhren in Richtung Badwater, dem tiefsten Punkt unserer westlichen Hemisphäre. Weitere Details zum Death Valley sind der eigens dafür eingerichteten Seite auf meiner Homepage zu entnehmen. In Badwater machten wir einen kurzen Halt, für den obligaten Marsch um den Tümpel und die Fotos bei der Holztafel. In Furnace Creek, bogen wir nach rechts, weil ich unbedingt den Aussichtspunkt Dantes View (nicht zu verwechseln mit Dantes Peak) besuchen wollte. Von diesem Punkt kann man fast das ganze Tal überblicken, die Ruhe wird nur vom Wind und einzelnen Krähen unterbrochen. Besten Dank an dieser Stelle an die unbekannte Touristin, die uns beide fotografierte, mit viel Himmel und abgeschnittenen Beinen. Nachher gings zurück über Furnace Creek weiter nach Norden.
Ein weiterer Zwischenhalt machten wir bei den so fremd wirkenden Sanddünen bei Stovepipe Wells. Dies ist wohl der heisseste Ort im Tal des Todes. Es war nun bereits später Nachmittag, und wir fuhren in Richtung Westen weiter. Die Strasse stieg nun stetig an, und nun bemerkte ich plötzlich, dass es doch besser gewesen wäre, an der letzten Tankstelle nochmals vollzutanken, denn der Zeiger auf dem Tacho stand schon bedrohlich in der Nähe des E für empty (leer). Auf der 190 kurz vor dem Talausgang, entdeckte ich auf der rechten Seite der Strasse ein Grab mit einem weissen Kreuz. Gemäss Inschrift war dies die Ruhestätte einer Frau und deren Kind, die bei der Geburt des Säuglings umkamen. Wir verliessen die 190 und fuhren auf der 136 weiter in Richtung Lone Pine. Unterwegs passierten wir einige kleinere Ortschaften, aber alle ohne Tankstelle. Plötzlich leuchteten einige rote Lampen am Tacho auf, und mir trieb es den Schweiss auf die Stirne. Ich bin fest der Meinung, dass wir mit dem letzten Tropfen unleaded gas (bleifreies Benzin) Lone Pine erreichten. Ich bog auf die 395 ein, sah eine Werkstatt mit Zapfsäulen, bog ein und war sehr erleichtert, dass wir endlich auch unser Auto mit Flüssigkeit versorgen konnten. Ich würde fast behaupten, dass ich bereits vor fünf Jahren hier getankt habe. Es war nun bereits früher Abend, und es stand noch eine weite Strecke vor uns, schliesslich hatte ich mir vorgenommen, in Mammoth Lakes (bekannt durch Ski-Weltcuprennen und Mountain-Bike-Rennen) zu übernachten. So fuhren wir los auf der 395 gen Norden, und Eliane machte ein Nickerchen im Auto. Wir passierten Ortschaften wie Independence, Big Pine und Bishop. Die Strasse stieg dann mächtig an, und aus der eher öden Landschaft wurde beinahe eine alpine Landschaft wie wir sie aus unseren Bergen kennen.
Es hatte schon eingenachtet, als wir Mammoth Lakes erreichten. Da bereits zweimal hier war, suchte ich das Restaurant Max, Hilde & Myriam's Alpenrose auf. Ein Lokal in Schweizer und Europäischer Manier, dass auch von einem Schweizer Ehepaar geführt wurde, und draussen die Schweizer Flagge gehisst hatte. Dort angekommen erkannte uns die Frau schnell als Schweizer, konnte uns leider kein Zimmer vermieten, nahm für uns aber die Reservation im Motel 6 vor, und reservierte uns einen Tisch für ein leckeres Abendessen. Nachdem wir das Zimmer im Motel 6 bezogen hatten, uns mit einer Dusche und sauberen Kleidern versorgten, gingen bzw. fuhren wir mit einem Mordsappetit zurück ins Restaurant Alpenrose. Elianes Vorspeise war ein Raclette und ich genehmigte mir eine Portion Bündnerfleisch. Der Hauptgang bestand aus Zürcher Geschnetzeltem bzw. Rindsbraten. Als Schweizer wurden wir quasi als V.I.P. behandelt, es war ein gemütlicher Abschluss eines langen Tages. Zuerst wollten wir noch im Motel-Pool plantschen gehen, aber es war, auf über 2000 Meter über Meer, leider bereits zu kühl dafür. So genehmigten wir uns ein paar kühle Softdrinks und klinkten den Tag mit US-Fernsehen aus.