Route:
| Ortschaft und Bundesstaat | Meilenzähler ab Start | Kilometerzähler ab Start |
| Las Vegas NV | 0 | 0 |
| Pahrump NV | 62 | 99 |
| Shoshone CA | 89 | 142 |
| Badwater CA | 144 | 230 |
| Furnace Creek CA | 163 | 261 |
| Dantes View CA | 188 | 301 |
| Stovepipe Wells CA | 212 | 339 |
| Lone Pine CA | 317 | 507 |
| Mammoth Lakes CA | 417 | 667 |
Noch früher als gestern machten wir uns
auf den Weg zum Frühstück. Nochmals wollten wir uns am All you
can eat-Buffet unsere Mägen vollschlagen um dann gestärkt Las Vegas
in Richtung Death Valley zu verlassen. Diesmal war die Kolonne am Eingang
des Buffets nicht so lang, dennoch sackte eine Japanerin zusammen, die dann
durch die herbeigeeilten Haussanitäter mit Sauerstoff versorgt wurde.
Nach dem Morgenessen gingen wir auf unser Zimmer, wo wir unsere Siebensachen
packten und alles im Mietwagen verstauten. Ausgecheckt haben wir im Zimmer
über unser Fernsehgerät, sodass wir uns nicht mehr an der Lobby
zeigen mussten. Die Zimmerschlüssel in Form von Patchkarten durften
wir vor dem Lift in eine Art Briefkasten werfen. Gegen 10 Uhr versorgten
wir uns beim Motel 6 an der Tropicana Avenue mit genügend Wasser und
Sandwiches etc. Dann konnte es endlich losgehen. Wir verliessen das liebgewonnene
Las Vegas in Richtung West auf dem 15er Freeway in Richtung Los Angeles.
Nach wenigen Meilen bogen wir nach rechts auf die 160 und fuhren nordwärts
in Richtung Pahrump. Eliane und ich hatten
beide bespielte Musikkassetten mitgenommen. Idealerweise haben wir beide
denselben Musikgeschmack, sodass ab sofort Musik der härteren Art auf
uns einrieselte. Schon bald stieg das Thermometer noch mehr an, und wir konnten
das echte amerikanische Feeling auf uns einwirken lassen. In Pahrump bogen
wir auf die 372 wo wir nach wenigen Meilen die Grenze zu Kalifornien überquerten,
und die Strasse gleichzeitig zur 178 wurde. Exakt zur Mittagszeit erreichten
wir das kleine Kaff Shoshone, benannt nach einem Indianerstamm der hier einmal
gehaust hatte. Und dann fuhren wir ins Death Valley ein, mein absolut liebster
Ort auf unserer Erde. Es läuft einmal kalt den Rücken hinunter,
trotz Aussentemperaturen von fast 45 Grad, aber die Faszination ist unbeschreiblich,
man muss es selbst erlebt haben. Wir fuhren in Richtung Badwater, dem tiefsten
Punkt unserer westlichen Hemisphäre. Weitere Details zum Death Valley
sind der eigens dafür eingerichteten Seite auf meiner Homepage zu entnehmen.
In Badwater machten wir einen kurzen Halt, für
den obligaten Marsch um den Tümpel und die Fotos bei der Holztafel. In
Furnace Creek, bogen wir nach rechts, weil ich unbedingt den Aussichtspunkt
Dantes View (nicht zu verwechseln mit Dantes Peak) besuchen wollte. Von diesem
Punkt kann man fast das ganze Tal überblicken, die Ruhe wird nur vom
Wind und einzelnen Krähen unterbrochen. Besten Dank an dieser Stelle
an die unbekannte Touristin, die uns beide fotografierte, mit viel Himmel
und abgeschnittenen Beinen. Nachher gings zurück über Furnace Creek
weiter nach Norden.
Ein weiterer Zwischenhalt machten wir bei den so fremd wirkenden Sanddünen bei Stovepipe Wells. Dies ist wohl
der heisseste Ort im Tal des Todes. Es war nun bereits später Nachmittag,
und wir fuhren in Richtung Westen weiter. Die Strasse stieg nun stetig an,
und nun bemerkte ich plötzlich, dass es doch besser gewesen wäre,
an der letzten Tankstelle nochmals vollzutanken, denn der Zeiger auf dem
Tacho stand schon bedrohlich in der Nähe des E für empty (leer).
Auf der 190 kurz vor dem Talausgang, entdeckte ich auf der rechten Seite
der Strasse ein Grab mit einem weissen Kreuz. Gemäss Inschrift war dies
die Ruhestätte einer Frau und deren Kind, die bei der Geburt des Säuglings
umkamen. Wir verliessen die 190 und fuhren auf der 136 weiter in Richtung
Lone Pine. Unterwegs passierten wir einige kleinere Ortschaften, aber alle
ohne Tankstelle. Plötzlich leuchteten einige rote Lampen am Tacho auf,
und mir trieb es den Schweiss auf die Stirne. Ich bin fest der Meinung, dass
wir mit dem letzten Tropfen unleaded gas (bleifreies Benzin) Lone Pine erreichten.
Ich bog auf die 395 ein, sah eine Werkstatt mit Zapfsäulen, bog ein und
war sehr erleichtert, dass wir endlich auch unser Auto mit Flüssigkeit
versorgen konnten. Ich würde fast behaupten, dass ich bereits vor fünf
Jahren hier getankt habe. Es war nun bereits früher Abend, und es stand
noch eine weite Strecke vor uns, schliesslich hatte ich mir vorgenommen,
in Mammoth Lakes (bekannt durch Ski-Weltcuprennen und Mountain-Bike-Rennen)
zu übernachten. So fuhren wir los auf der 395 gen Norden, und Eliane
machte ein Nickerchen im Auto. Wir passierten Ortschaften wie Independence,
Big Pine und Bishop. Die Strasse stieg dann mächtig an, und aus der
eher öden Landschaft wurde beinahe eine alpine Landschaft wie wir sie
aus unseren Bergen kennen.
Es hatte schon eingenachtet, als wir Mammoth Lakes erreichten. Da bereits
zweimal hier war, suchte ich das Restaurant Max, Hilde & Myriam's Alpenrose
auf. Ein Lokal in Schweizer und Europäischer Manier, dass auch von einem
Schweizer Ehepaar geführt wurde, und draussen die Schweizer Flagge gehisst hatte. Dort angekommen
erkannte uns die Frau schnell als Schweizer, konnte uns leider kein Zimmer
vermieten, nahm für uns aber die Reservation im Motel 6 vor, und reservierte
uns einen Tisch für ein leckeres Abendessen. Nachdem wir das Zimmer
im Motel 6 bezogen hatten, uns mit einer Dusche und sauberen Kleidern versorgten,
gingen bzw. fuhren wir mit einem Mordsappetit zurück ins Restaurant
Alpenrose. Elianes Vorspeise war ein Raclette und ich genehmigte mir eine
Portion Bündnerfleisch. Der Hauptgang bestand aus Zürcher Geschnetzeltem
bzw. Rindsbraten. Als Schweizer wurden wir quasi als V.I.P. behandelt, es
war ein gemütlicher Abschluss eines langen Tages. Zuerst wollten wir
noch im Motel-Pool plantschen gehen, aber es war, auf über 2000 Meter
über Meer, leider bereits zu kühl dafür. So genehmigten wir
uns ein paar kühle Softdrinks und klinkten den Tag mit US-Fernsehen
aus.