Samstag, 08. August 1998 (Day-off in Palm Springs)

Der erste "freie" Tag seit unserem Start vom letzten Sonntag in Las Vegas. Somit konnten wir auch einmal so richtig ausschlafen, kein Wecker, kein nichts. So gegen elf Uhr erwartete uns draussen bereits wieder die glühende Luft. Es war wiederum sehr warm, doch am Himmel türmten sich bereits bedrohlich grosse und schwarze Cumuluswolken auf. Nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt, befand sich "unser" Denny's Restaurant, schon fast logisch das wir hier frühstücken wollten. Da es Samstag war, war das Restraunt dementsprechend proppenvoll. Dennoch mussten wir nicht lange warten, bis ein kleines Tischchen für uns frei war. Ich konnte meinen Gluscht wiederum nicht zügeln, sodass ich auch heute wiederum Pommes und einen grossen und feinen Hämbi reinzog. Eliane ihrerseits zog es vor, dass typische amerikanische Frühstück zu bestellen, von ihrer Portion blieben für mich wie üblich, die kleinen Würstchen übrig.
Wir beschlossen nachher, einen Verdauungsspaziergang einzulegen und diesen mit einer Shoppingtour durch die vielen kleinen, aber meist auch teuren Läden zu verbinden. In dieser Gluthitze zu Fuss durch die Hauptstrasse Palm Springs zu flanieren ist nicht jedermanns Sache, deshalb hatte es auch nicht viele Leute draussen. Es ist auch für einen durchtrainierten Körper belastend, sich einerseits in der Hitze zu gehen, und andererseits sich in den extrem klimatisierten Läden herumzuschmöckern. Hier kauften wir einige Souvenirs (T-Shirts, Poster, Kalender etc.). An einer Outdoor-Bar, umgeben von einem künstlichen Springbrunnen, löschten wir unseren Durst. Wir führten unsere Shopping-Tour im Laufe des Nachmittages zu Ende,
und erlabten uns in einer Fruit-Store an frischgepresstem Orangensaft. Nachdem wir wieder im Hotel waren, eilten wir schnurstracks zum Pool, leider war das Wasser bereits wieder zünftig aufgewärmt, aber es war dennoch eine wunderbare Erfrischung und ein herrliches Vergnügen. An einem lauschigen Schattenplätzchen, killten wir einige Coladosen, bevor es endlich ans Kartenschreiben ging. Karten mit Motiv Los Angeles/Holly-
wood, geschrieben in Palm Springs. Nach meinen dreissig Karten hatte ich das Gefühl, mein rechtes Handgelenk faule nächstens ab. Da half wiederum nur ein Bad im Pool. Die schwarzen Gewitterwolken versammelten sich nun bedrohlich vor der Sonne. In unserem Appartement gab es dann wieder die eiskalte Dusche, und wie frisch geboren, zogen wir noch die News im TV rein. Im CNN liefen blutige Bilder von einem Bombenatten-
tat aus Afrika über den Bildschirm, nicht unbedingt appetitanregend für das Abendessen. Gemeinsam besprachen wir, in welches Restaurant wir gehen sollten. Ich kannte von meinem ersten USA-Trip (1994) das Sizzler, spezalisiert auf Steaks und ein riesiges Salat- und Dessertbüffet, und diese Beiz wählten wir dann auch aus. Wir assen beide ein New York-Sirloin-Steak mit Baked Potatoes, zudem bedienten wir uns ausgiebig an den
erwähnten Buffets. Ich hatte mein Steak well done (fast durch) bestellt, bekam aber einen blutigen Lumpen serviert, der verdächtig den Bildern im CNN ähnelte. Die freundliche Bedienung bügelte diesen Misstand aber aus, und nach wenigen Minuten bekam ich dann mein Steak so wie ich es gewünscht hatte. Dem Platzen nahe verliessen wir spät abends dann das Lokal. Das Laufen und die Hitze hatte uns recht müde gemacht, sodass wir uns keinen Schlummi mehr in einer schummrigen Bar genehmigten, sondern direkt auf unser Zimmer steuerten. Es dauerte auch nicht lange, bis die Nachtruhe einkehrte. Beim Einschlafen erinnerte ich mich, dass wir eigentlich noch vorhatten, in der Nachbarstadt Cathedral City (eine echte Schwulenstadt) das Grab der Legende Frank Sinatra zu besichtigen. Es bleibt mir bis heute ein Rätsel, wieso mir das genau zu diesem Zeitpunkt in den Sinn kam. Da für Morgen eine Monstertour anstand, strich ich diesen makabren Besuch aus unserem Programm. Dank Internet war es mir möglich, das Grab dennoch anzuschauen, die Adresse dieser Homepage findet ihr auf meiner Linkliste.