Wiederum erst gegen Mittag weckte uns die brütende Sonne aus unserem
Tiefschlaf. Nach einem abgekürzten Morgenessen schnappten wir uns vor
dem Hotel ein Taxi, und fuhren ans andere Ende der Stadt zum Stratosphere
Tower. Ein Hotel an dem sich ein 350 Meter hoher Aussichtsturm befindet.
In nur 38 Sekunden fährt ein Lift hinauf, wo man eine rundum Panoramasicht
von Las Vegas geniessen kann. Desweiteren befinden sich hier oben eine kleine
Achterbahn und der BigShot, ein Riesenstuhl der den freien Fall simuliert.
Auf dem Stuhl wird man nochmals vierzig Meter höher in die Luft geschossen,
und wie ein Gummiball geht es viermal vierzig Meter rauf und vierzig Meter
wieder runter. Nachdem wir Schwarze gesehen hatten, die den Stuhl kreidenweiss
verliessen, verzichteten wir auf dieses Horrorvergnügen. Nach den obligaten
Souvenirkäufen brachte uns der Fahrstuhl wieder nach unten. Während
der 38 sekündigen Fahrzeit erzählt der Liftführer in Rekordttempo
die Geschichte des Stratosphere Towers. Nachher ging es wieder im Taxi zurück
ins Luxor, wo wir an der Lobby uns für einen Helikopter-Nachtflug über
Las Vegas anmeldeten. Die Dame musste noch unser Gewicht wissen, damit der
Helikopter auch vom Boden abheben kann. Nachdem auch dies geklärt war,
bekamen wir die Gutscheine. Es war bereits wieder Nachmittag, und noch ein
letztes Mal wollten wir uns am und im Swimming-Pool erfrischen. Am Abend,
frisch rasiert und gekämt, warteten wir beim Hoteleingang auf unsern
Abholdienst. In einem überfüllten Kleinbus fuhren wir zum Flughafen,
wo wir mit einem Cüpli begrüsst wurden. Es waren bereits einige
Leute dort, unter anderem ein deutsches Paar, das während des Helikopterfluges
geheiratet hatte. Inzwischen war es dunkel geworden, und wir konnten bereits
mit dem zweiten Helikopterflug in die Luft steigen (6 Personen pro Flug).
Dieser 20 minütige Flug über die Lichter und Farben von Las Vegas
war ein wunderschönes Erlebnis. Am Schluss durchflog der Heli sogar
noch den Lichtstrahl des Luxor-Hotels, einfach genial. Leider war alles viel
zu schnell vorbei. Als wir wieder im Hotel waren, wollten wir noch eine Runde
Spielen gehen. Leider hatte ein weiblicher Aufsichtsdrachen Eliane im Visier,
und wiederum folgte das wie alt-Frage und Antwortspiel. Da wir unseren letzten
Abend eigentlich geniessen wollten, zogen wir uns halt auf unsere Mini-Suite
zurück. Ueber den Zimmerservice bestellten wir uns Salat, Vorspeise,
Hauptgang, Dessert, Wein und Bier auf Zimmer. Nach einer wahren Fressorgie
wollten wir uns im TV noch Titanic ansehen. Zu diesem 3-stündigen Hollywood-Streifen
bestellten wir uns noch die teuerste Flasche Champagner mit frischen Erdbeeren
dazu. Als der Zimmerboy den Name Graf sah, fragte er ob es ich hier um Steffi
Graf handle. Ich erklärte dem Spassvogel, das wir aus der Schweiz kämen,
betonte aber, das wir nicht Hingis heissen. Kaum war der Typ verschwunden,
meldete sich der Room-Service per Telefon, es gäbe ein Problem. Das
Zimmer sei auf Graf reserviert, und die Bezahlung mit Kreditkarte laute auf
Schenk. Dies sei nicht möglich, wir müssen unseren Bezug bar bezahlen,
er werde jemanden vorbei schicken. In energischem Wortlaut erklärte
ich ihm, dass ich bereits beim Einchecken darauf aufmerksam gemacht habe,
dass es Graf und Schenk heissen müsse. Er brauche niemanden vorbeizuschicken,
er solle dies direkt mit der Lobby regeln. So liess uns dann der Fritz auch
in Ruhe. Morgens um drei war dann auch die Titanic gesunken, und für
die letzten vier Stunden Schlaf vor unserer Abreise legten wir uns definitiv
zur Ruhe.