Donnerstag, 13. August 1998 (Las Vegas)

Wiederum erst gegen Mittag weckte uns die brütende Sonne aus unserem Tiefschlaf. Nach einem abgekürzten Morgenessen schnappten wir uns vor dem Hotel ein Taxi, und fuhren ans andere Ende der Stadt zum Stratosphere Tower. Ein Hotel an dem sich ein 350 Meter hoher Aussichtsturm befindet. In nur 38 Sekunden fährt ein Lift hinauf, wo man eine rundum Panoramasicht von Las Vegas geniessen kann. Desweiteren befinden sich hier oben eine kleine Achterbahn und der BigShot, ein Riesenstuhl der den freien Fall simuliert. Auf dem Stuhl wird man nochmals vierzig Meter höher in die Luft geschossen, und wie ein Gummiball geht es viermal vierzig Meter rauf und vierzig Meter wieder runter. Nachdem wir Schwarze gesehen hatten, die den Stuhl kreidenweiss verliessen, verzichteten wir auf dieses Horrorvergnügen. Nach den obligaten Souvenirkäufen brachte uns der Fahrstuhl wieder nach unten. Während der 38 sekündigen Fahrzeit erzählt der Liftführer in Rekordttempo die Geschichte des Stratosphere Towers. Nachher ging es wieder im Taxi zurück ins Luxor, wo wir an der Lobby uns für einen Helikopter-Nachtflug über Las Vegas anmeldeten. Die Dame musste noch unser Gewicht wissen, damit der Helikopter auch vom Boden abheben kann. Nachdem auch dies geklärt war, bekamen wir die Gutscheine. Es war bereits wieder Nachmittag, und noch ein letztes Mal wollten wir uns am und im Swimming-Pool erfrischen. Am Abend, frisch rasiert und gekämt, warteten wir beim Hoteleingang auf unsern Abholdienst. In einem überfüllten Kleinbus fuhren wir zum Flughafen, wo wir mit einem Cüpli begrüsst wurden. Es waren bereits einige Leute dort, unter anderem ein deutsches Paar, das während des Helikopterfluges geheiratet hatte. Inzwischen war es dunkel geworden, und wir konnten bereits mit dem zweiten Helikopterflug in die Luft steigen (6 Personen pro Flug). Dieser 20 minütige Flug über die Lichter und Farben von Las Vegas war ein wunderschönes Erlebnis. Am Schluss durchflog der Heli sogar noch den Lichtstrahl des Luxor-Hotels, einfach genial. Leider war alles viel zu schnell vorbei. Als wir wieder im Hotel waren, wollten wir noch eine Runde Spielen gehen. Leider hatte ein weiblicher Aufsichtsdrachen Eliane im Visier, und wiederum folgte das wie alt-Frage und Antwortspiel. Da wir unseren letzten Abend eigentlich geniessen wollten, zogen wir uns halt auf unsere Mini-Suite zurück. Ueber den Zimmerservice bestellten wir uns Salat, Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Wein und Bier auf Zimmer. Nach einer wahren Fressorgie wollten wir uns im TV noch Titanic ansehen. Zu diesem 3-stündigen Hollywood-Streifen bestellten wir uns noch die teuerste Flasche Champagner mit frischen Erdbeeren dazu. Als der Zimmerboy den Name Graf sah, fragte er ob es ich hier um Steffi Graf handle. Ich erklärte dem Spassvogel, das wir aus der Schweiz kämen, betonte aber, das wir nicht Hingis heissen. Kaum war der Typ verschwunden, meldete sich der Room-Service per Telefon, es gäbe ein Problem. Das Zimmer sei auf Graf reserviert, und die Bezahlung mit Kreditkarte laute auf Schenk. Dies sei nicht möglich, wir müssen unseren Bezug bar bezahlen, er werde jemanden vorbei schicken. In energischem Wortlaut erklärte ich ihm, dass ich bereits beim Einchecken darauf aufmerksam gemacht habe, dass es Graf und Schenk heissen müsse. Er brauche niemanden vorbeizuschicken, er solle dies direkt mit der Lobby regeln. So liess uns dann der Fritz auch in Ruhe. Morgens um drei war dann auch die Titanic gesunken, und für die letzten vier Stunden Schlaf vor unserer Abreise legten wir uns definitiv zur Ruhe.