Route:
| Ortschaft und Bundesstaat | Meilenzähler ab Start | Kilometerzähler ab Start |
| San Francisco CA | 0 | 0 |
| Oakland CA | 23 | 37 |
| Yosemite National Park CA | 204 | 326 |
| Mammoth Lakes CA | 278 | 445 |
Da heute die erste grosse Strecke auf uns wartete, standen wir dementsprechend früh auf. Als wir mit dem Lift in die Lobby hinunterfuhren, hatten wir als Begleiter einige geschleckte Amis im Lift. Alle im gleichen Hemd und Smoking und gekämmten Haaren ohne parallele Abweichung. Aufgrund der mitgeführten Utensilien konnten wir unschwer erkennen, dass sich die Herrschaften auf dem Weg in die Kirche befanden. In der Lobby holten wir unsere Wertsachen aus dem Safe und checkten dann aus.
Ohne Proviant machten wir uns auf in Richtung Downtown San Francisco. Wir bogen dann nicht wie gestern links zur Golden Gate Brücke sondern nach rechts auf die doppelstöckigeOakland Bay-Brücke. Diese Brücke wurde 1989 beim letzten grossen Erdbeben stark beschädigt. Ich kramte einige Dollars zusammen, da ich annahm auch hier Brückenzoll zahlen zu müssen. Laut unserer Karte sollte dies am Ende der Brücke stattfinden. Doch weit und breit war kein Zollhäuschen und keine Barriere zu sehen. Vielleicht war es heute gratis, da ja Sonntag war, doch die Häuschen werden sicher nicht abmontiert. Wahrscheinlich haben wir sie schlichtweg übersehen, da wir im Rückspiegel die letzten Blicke auf die Schwulenwelthauptstadt warfen. Wir fuhren nun durch das ebenfalls bekannte Oakland und einige andere Vororte bzw. Städte von San Francisco. Da heute der Berufsverkehr ausblieb, kamen wir dementsprechend gut voran. Unser Kollege Magen machte sich dann heute zum ersten Mal bemerkbar. Ein winziges Hüngerchen keimte auf. Mittlerweilen befanden wir uns schon auf dem Lande, links und rechts eher karge Wiesen und Felder. In einer Ortschaft in der Nähe von Manteca erwartete und das grosse gelbe und weltberühmte M von MC Donalds. Hier stärkten wir uns ein erstes Mal richtig.
Nachher ging es weiter ostwärts, und die Sonne hatte die letzten
morgendlichen Wolken endgültig vertrieben. DJ Suri, der Herrscher
über unsere Musikkassetten, sorgte immer wieder für frischen
und harten Sound, der aus den Boxen dröhnte. Die Landschaft begann
nun hügeliger zu werden, und einige kleinere und grössere Seen
und Berge mussten wir umfahren oder erklimmen. Plötzlich stieg die
Strasse enorm an, und die karge Landschaft verwandelte sich im Nu in bewaldetes
Gebirge. Mein Ziel war es, noch vor dem Yosemite
Nationalpark aufzutanken, und den nötigen Reiseproviant zu kaufen.
In einem winzigen Kaff namens
Groveland
stoppten wir bei einer Exxon-Tankstelle
mit Foodmarket. Wir suchten eine freie Zapfsäule aus, und als ich
tanken wollte, bemerkte ich, das die Zapfsäule defekt war, easy die
nächste war ja noch frei. Ich holte den Schlauch und lief zum Wagen
zurück, der Schlauch wurde länger und länger und etwa zehn
Zentimeter vor der Tanköffnung am Auto war der Schlauch gespannt wie
ein Wäscheseil. Nun musste Suri den Schlauch halten, und ich fuhr
den Wagen etwas vor und endlich konnte das Tankprozedere beginnen und erfolgreich
zu Ende geführt werden. Bezahlen mussten wir im Laden, wo wir noch
Proviant kauften. Genügend Wasser, Gatorade
als Benzin für unseren Körper (ich bevorzugte das Lemon-Gatorade
und Thomas das Blueberry-Gatorade das wie Scheibenwischerflüssigkeit
aussah), als feste Nahrung noch Sandwiches sowie Butterfinger-
und Baby Ruth Schokoladenstengel,
zwei göttliche Produkte die es aufgrund des Inhaltes (gentechnisch
verändertes Soja) in Europa (noch) nicht gibt. Zudem entdeckten wir
hier oben am A.... der Welt auch Red
Bull, etwa gleich teuer wie bei uns, damit deckten wir uns ebenfalls
ein. Thomas kaufte noch geräuchte Buffalo-Sticks, ein herrlicher Knabberspass
für zwischendurch. Die Reise ging weiter, durch herrliche Wald- und
Berglandschaft.
Am Strassenrand entdeckten wir ein totgefahrenes Reh, das da lag
als ob es schlafen würde.
Am Westeingang zum Yosemite Park kauften wir beim Ranger den Golden
Eagle Pass für 50 Dollar. Mit diesem Pass hat man ein Jahr lang
Eintritt in alle Nationalparks der USA, bereits beim Besuch von vier Parks
lohnt sich diese Anschaffung. Bereits die Einfahrt in den Park verschlägt
einem schlichtweg die Sprache, das Yosemite
Valley ist tatsächlich eines der spektakulärsten geologischen
Geschenke unserer Mutter Erde. Der Park ist im Sommer von Touristen überflutet
(4 Millionen Besucher pro Jahr) und im Winter
grösstenteils geschlossen (Schnee soweit das Auge reicht). Bald erreichten
wir das Zentrum des Parkes das Yosemite Village. Hier bogen wir nach rechts
ab, wo uns die Strasse hinauf zum
Glacier
Point brachte. Von hier oben hat man einen herrlichen
Ausblick auf die Wasserfälle
(183 Meter hoch), und die berühmtesten Berge im Park, den El
Capitan (grösste freistehende Granitformation der Welt) und dem
Half
Dome (steilster Felsen Nordamerikas). Dieser Ausblick
vom Glacier Point ist ein absolutes Muss und Highlight für jeden
Kalifornienbesucher! Nach kurzer Rast machten wir uns wieder zurück
zum Yosemite Village. Wir hatten bereits viele schöne Fotos geschossen.
Im Village wimmelte es nur so von Touristen, sodass wir direkt weiter zum
Tioga
Pass hinauf fuhren. Eine lange Passstrasse,
die uns auch an abgebrannten Bäumen vorbeiführte. Oft werden
die Brände mutwillig gelegt, deren Ausmass nicht mehr kontrollierbar
ist. Apropos Tioga, viele der beliebten Wohnmobile
tragen die Aufschrift "Tioga",
da diese Fahrzeuge wie Zirkuswagen aussehen und im Schneckentempo fahren,
tauften wir sämtliche Wohnmobile auf Zirkus Tioga um. Diese Fahrzeuge
sollten uns noch die ganzen Ferien verfolgen bzw. vor der Nase fahren.
Nach einiger Zeit erreichten wir die Tioga-Pass-
Höhe
(3031 M.ü.M) zugleich auch östlicher
Parkeingang. Auch auf dieser Seite wiederum ein grandioses Panorama
in Richtung Mono Lake hinunter. Hier
machten wir auch einige schöne Fotos unseres Mietwagens. Die Strasse
ging kräftig bergab, und unten im Tal angelangt, konnten wir einige
Ausblicke auf den Mono
Lake erhaschen, ein toter See aus dem bizarre
Kalktufftürme ragen. Der See liegt wie auf einer vulkanischen
Hochebene.
Weiter ging das letzte Teilstück nach
Mammoth Lakes hinauf. Oben angelangt, steuerten wir direkt
das Motel
6 an, wo wir unser Zimmer mieteten. Für das Abendessen hatte wiederum
das Alpenrose Restaurant
vorgeschlagen, eine rustikale Beiz die unter Schweizer
Führung steht. Bereits zum dritten Mal besuchte ich dieses Restaurant,
und das erst noch am Schweizer Bundesfeiertag. Zur Vorspeise
vertilgten wir heimatliche Kost, ein feines Raclette. Wir blieben schweizerisch
und wählten zur Hauptspeise
das Zürcher Geschnetzelte. Mittlerweile war nun auch die Schweizer
Wirtin anwesend, sie befand sich vorher bei einer kleinen Bundesfeier
unter Schweizer Auswander in der Nachbarortschaft. Nach einem kleinen Small
Talk und mittlerweile vorgerückter Stunde machten wir uns auf den
Weg zum Motel.
Unterwegs fanden wir noch die Post, wo wir unsere Ansichtskarten
frankieren und einwerfen konnten. Im Motel schauten wir noch fern, und
zwar Baseball, diese Sportart faszinierte mich immer mehr. Obwohl es draussen
recht frisch geworden war, liessen wir über Nacht unseren Mr. Freeze
kräftig arbeiten. Sprich, die Klimaanlage kühlte die Temperatur
im Zimmer derart ab, das es eigentlich hätte schneien müssen.
Aufgrund unserer weiten Tagesreise waren wir recht müde, sodass wir
bald einschliefen.